Küchenbodenperspektive
Buch: The frozen river; Song: I do this all the time | Paid: Kolumne über Abschiede, das Universum und Eigenbedarfskündigungen
Uff uff uff, what a year. Meins war holprig und kräftezehrend. Muss man wollen. Oder, wenn’s nicht anders geht, akzeptieren. Ich hoffe, 2026 wird ein bisschen leichter. Bis dahin empfehle ich euch den perfekten Roman, um zwischen den Jahren alles zu vergessen, schenke 20 % auf alle Paid-Ausgaben (vergangene und kommende), habe einen Wahnsinns-Song im Gepäck und die letzte Kolumne des Jahres.
Kommt gut rüber!
The frozen river / Der gefrorene Fluss von Ariel Lawhon
übersetzt von Rena Zienert (ich habe es auf Englisch gelesen, kann zur übersetzten Version deshalb nichts sagen)
Maine, 1789: Als im zugefrorenen Kennebec River ein toter Mann gefunden wird, soll Martha Ballard den Leichnam untersuchen und die Todesursache feststellen. Die Hebamme und Heilerin ist in vieles eingeweiht, was sich hinter verschlossenen Türen in der Kleinstadt Hallowell abspielt. Ihr Tagebuch ist eine Aufzeichnung aller Geburten, Todesfälle, Verbrechen und Debakel, die sich in der engen Gemeinschaft ereignen. Monate zuvor dokumentierte Martha die Einzelheiten einer Vergewaltigung, die von zwei angesehenen Männer begangen wurde – einer von ihnen liegt nun tot im Eis. Martha glaubt an einen Mord und ist entschlossen, ihn aufzuklären.
Ein historisch-feministischer Roman mit Crime-Elementen, inspiriert vom Leben und Tagebuch der Hebamme Martha Ballard, die sich dem bestehenden Rechtssystem widersetzte und in die amerikanische Geschichte einging. Ich habe den Roman geliebt und sehr langsam gelesen, weil ich die Welt nicht verlassen wollte. Als ich das Buch zuklappte, dachte ich: So viel hat sich verändert für Frauen – und doch so entsetzlich wenig.
Abo-Special zu den Feiertagen
Verschenken, sich selbst beschenken, als Gruppe sparen:
Bis zum 28.12. gibt es 20 % auf meine Kolumne, monatlich kündbar, keine versteckten Kosten, nur zu viele Emotionen, Millennial-Trauma und Popkultur.
Meine Lieblingsausgaben der letzten zwölf Monate – und auch die mit Abstand aufwendigsten – waren übrigens diese hier:
I do this all the time – Self Esteem
Be very careful out there
Stop trying to have so many friends
Don’t be intimidated by all the babies they have
Don’t be embarrassed that all you’ve had is fun
One day I would love to tell you
How the best night of your life was the absolute worst of mine
Wer bei der letzten Minute des Videos nichts fühlt, dem ist nicht zu helfen.
Folge 34: Küchenbodenperspektive
Der Winter ist eine komplizierte Angelegenheit für mich. Was mir bei seiner Bewältigung hilft, ist das allgegenwärtige Bewusstsein, Dinge abzuschließen. Ballast abwerfen und im alten Jahr lassen. Zwischen den Jahren reflektieren und am Neujahrsmorgen als völlig neuer Mensch aufwachen, denn jetzt!
Wird alles anders.
Der Jahresabschluss mit seinem künstlich erzeugten Abschied macht viel mit mir. Weshalb ich dieses Mal die Sache besonders ernst nehme.



